JohannaThietje
Mit dem neuen Zertifikat „Bildung und KI“ bindet die FernUniversität in Hagen kuratierte KI-Campus-Lernangebote dauerhaft in ihren Studiengang Bildungswissenschaft ein. Das Besondere: Studierende erwerben einen universitären Qualifikationsnachweis, der auch unabhängig vom Bachelorabschluss einen dokumentierten Kompetenzerwerb sichtbar macht.
Wachsende Anforderungen an einen verantwortungsvollen und kritischen Umgang mit KI-Systemen und das Inkrafttreten der EU KI-Verordnung rücken die Stärkung von KI-Kompetenzen auch für Hochschulen als zentrale Aufgabe in den Fokus.
Die Aktivitäten des KI-Campus-Hub NRW greifen mit der zielgruppenorientierten Integration von KI-Campus-Lernangeboten in hochschulische Studien- und Weiterbildungsangebote der FernUniversität in Hagen (FeU) diese Anforderungen auf. Damit Studierende die Transformation kompetent mitgestalten können, stärkt die FeU die KI-Kompetenzen ihrer Studierenden, indem sie diese Lernangebote konsequent adaptiert und curricular bzw. nachhaltig in ihren Studiengängen verankert.
Konkret wird dies im aktuellen Zertifikat „Bildung und KI“ im Studiengang B.A. Bildungswissenschaft, das die Schnittstelle zwischen Bildungswissenschaft und Technologie aufgreift. Ein Teil des Zertifikats „Bildung und KI“ bildet das als Selbstlernmodul neu entwickelte Zertifikatsmodul „Lernen über KI in der Bildung“.
Seit dem Sommersemester 2026 haben Studierende im B.A. Bildungswissenschaft die Möglichkeit in einer Pilotphase bis 2031 an der Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften das Zertifikat „Bildung und KI“ zu erwerben.
Über 60 Studierende haben sich bereits in das Zertifikatsmodul eingeschrieben!
Insgesamt können Studierende nach erfolgreichem Absolvieren von zwei Modulen (30 ECTS) aus der Studieneingangsphase des Kernstudiums, einem spezifischen Modul (15 ECTS) aus dem Profilstudium und dem neuen Zertifikatsmodul „Lernen über KI in der Bildung“ (15 ECTS) mit den Lernangeboten aus dem KI-Campus das Zertifikat „Bildung und KI“ mit insgesamt 60 ECTS erhalten (s. Abb. 1).
Abb. 1: Das Zertifikat „Bildung und KI“ im Studiengang B.A. Bildungswissenschaft an der FeU
Das Zertifikatsmodul kann eigenständig, flexibel, zeit- und ortsunabhängig im eigenen Tempo absolviert werden, die organisatorische Betreuung der Studierenden wird über ein Moodle-Forum sichergestellt.
Die durch die FeU exklusiv für dieses Zertifikatsmodul kuratierten KI-Campus-Inhalte mit über 30 KI-Campus-Kursen bieten praxisnahe Einblicke und wissenschaftlich fundierte Grundlagen. Je nach Bedarf können sich Studierende vorab für einen von zwei angebotenen Schwerpunkten entscheiden:
Didaktik & Ethik
- Grundlagen und Anwendungen von KI: Zentrale Methoden wie maschinelles Lernen, neuronale Netze, Reinforcement Learning, generative KI, Sprach- und Bildmodelle sowie Datenbeschaffung, -aufbereitung und -analyse.
- KI, Daten und Bildung: Einsatz von KI, Learning Analytics und Sprachassistenzsystemen in schulischen und hochschulischen Bildungs- und Lehr-Lernkontexten, inklusive deren Bedeutung für Unterrichtsgestaltung, wissenschaftliches Schreiben, Prüfungskultur und rechtliche Rahmenbedingungen.
- Ethik, Nachhaltigkeit und Verantwortung: KI- und Datenethik mit Fokus auf Fairness, Transparenz, Datenschutz, Bias, Diversität, Inklusion sowie nachhaltige und sozialverantwortliche Gestaltung von KI-Systemen in konkreten Bildungskontexten.
oder
Berufliche Bildung & Kommunikation
- KI in beruflichen Bildungs- und Lehr-Lernkontexten: Grundlagen digitaler Lernumgebungen, Einsatzformen von KI wie Learning Analytics, intelligente tutorielle Systeme, Chatbots, Smart Classrooms oder soziale Roboter sowie deren Potenziale und Herausforderungen.
- Digitale Transformation, Ethik und Regulierung: Auswirkungen von KI auf Arbeitswelt, Industrie 4.0 und Berufsbildung 4.0 einschließlich Datenschutz, DSGVO, ethischer Fragestellungen, regulatorischer Anforderungen und Voraussetzungen für den Einsatz in der beruflichen Bildung, im Betrieb und Unternehmen.
- KI-Leadership und praktische Unternehmensanwendung: Aufbau von KI- und Führungswissen, agilem Change Management sowie Methoden zur Identifikation, Bewertung und Integration von KI-Anwendungsfällen unter Berücksichtigung von Risiken, Unternehmensprozessen, IT-Infrastruktur und rechtlichen Rahmenbedingungen.
In Kombination mit den drei erfolgreich absolvierten Studiengangsmodulen erhalten die Studierenden ihr Zertifikat – ein Dokument des erfolgreichen Erwerbs von Grundkompetenzen aus dem Bereich Bildungswissenschaft und KI auf universitärem Niveau und zugleich ein universitärer Qualifikationsnachweis – auch ohne komplettes Bachelorstudium.
Als Option unterhalb des Bachelorabschlusses konzipiert, ist das Zertifikat ein wichtiger Schritt hin zu flexibleren Bildungswegen. Studierende können bereits im frühen Stadium ihres Studiums einen individuellen Studienerfolg nachweisen. Es lädt aber auch dazu ein, das Studium im Studiengang Bildungswissenschaft fortzusetzen und erfolgreich abzuschließen. Darüber hinaus bietet es denjenigen, die das Studium nicht fortführen möchten oder können, einen Nachweis über ihren Studienerfolg.
Derzeit schließen erste Studierende das Zertifikat schon ab. Zum Ende des Sommersemesters 2026 rechnet die FeU mit Abschlüssen im mittleren zweistelligen Bereich und erhebt Feedback zu Verbesserungsvorschlägen.
Alle Informationen zum Zertifikat „Bildung und KI“ finden interessierte Studierende und Lehrende im Studienportal B.A. Bildungswissenschaft. Gerne stehen wir für einen weiteren Austausch und für Vernetzung unter ki-und-bildung@fernuni-hagen.de zur Verfügung.
Prof. Dr. Claudia de Witt
Claudia de Witt ist Professorin für Bildungstheorie und Medienpädagogik und Prorektorin für Lehre, Studium und KI in Bildungsprozessen an der FernUniversität in Hagen. Sie forscht und lehrt in den Bereichen von Bildung und Digitalisierung, Künstlicher Intelligenz in der Hochschulbildung und der Gestaltung innovativer digitaler Lehr-Lernprozesse in verschiedenen Bildungskontexten.
Jessica Felgentreu
Jessica Felgentreu ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Lehrgebiet Bildungstheorie und Medienpädagogik an der FernUniversität in Hagen. Für den KI-Campus-Hub NRW ist sie für die Integration von KI-Campus-Lernangeboten in die Hochschullehre verantwortlich. Hierbei werden KI-Campus-Lernangebote für die Hochschullehre identifiziert und kuratiert, mit innovativen Lehr-/Lernformaten mediendidaktisch gestaltet, strukturiert und curricular sowie nachhaltig verankert.
Caroline Berger-Konen
Caroline Berger-Konen ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Lehrgebiet Bildungstheorie und Medienpädagogik an der FernUniversität in Hagen. Am KI-Campus-Hub NRW ist sie für den Auf- und Ausbau von Community-Aktivitäten des KI-ExpertLabs Hochschullehre verantwortlich. Im Rahmen von Open Think Tanks und weiteren Formaten unterstützt sie hierbei den Austausch und Transfer zwischen Expert*innen, Stakeholdern und Nachwuchskräften zum Thema KI als wesentliche Grundlage für eine innovative, zukunftsorientierte Hochschulbildung.